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5. Mai 2019                                                     Bericht vom Kurzbesuch im mittelfränkischen Storchenland 

Durch einen von Steffen Müller in Großzschepa im Altkreis Wurzen beringten Weißstorch , der 2017  in Uhlfeld und 2018 in Gerhardshofen auf dem dortigen höchstgelegenen Brutplatz auf der Kuppel der Kirche im Kreis Neustadt an der Aisch- Bad Windsheim gebrütet hat , bin ich auf der Seite vom LBV Bayern auf die Karte mit den Storchennestern gelangt und war erstaunt wie viele Horste es in der Region gibt. Durch den Kontakt zum Kreisbetreuer Erwin Taube und der Betreuerin für Gerhardshofen Heike Seefried habe ich so viele interessante Dinge erfahren ,das ich beschloss spontan diese in den letzten Jahren  explosionsartig angewachsene Storchenregion  in Mittelfranken zu besuchen. Klaus Döge und ich fuhren also kurzentschlossen nach Uehlfeld an die Aisch, einem kleinen gemütlichen mittelalterlich erhaltenen Städtchen in dem es 2007 zwei besetzte Storchennester gab . 

Ab 2011 siedelten sich ohne menschliches Zutun  jedes Jahr einige  Paare mehr an . 2014 brüteten bereit 12 Paare im Ort und bauten Ihre Nester auf verschiedenen Schloten auf den Hausdächern aber auch auf der Kirche .

2018 brüteten 24 Storchenpaare in Uehlfeld !

Auch im wenige Kilometer entfernten  Gerhardshofen einem ebenfalls an der Aisch gelegenen kleinen  Städtchen hatte sich eine ähnliche Entwicklung abgespielt.

Dort befand sich das älteste bekannte Nest der Gegend  auf dem Pfarrhaus seit 1885 und bis 2013 hatten sich weitere  5 Paare angesiedelt.

2018 brütete dort unsere beringte Störchin H9483 mit einem unberingten Partner auf dem höchstmöglichen Punkt auf dem Dach der Kirche unterhalb der Wetterfahne und es flogen 4 Junge erfolgreich aus.- Kirche in Gerhardshofen -( Fotos U.S. Coreteam 3.05.2019)

Gerhardshofen 03.05.19

insgesamt gibt es auf der Kirche jetzt 6 Nester - wovon die Störche die 5 auf dem Turm selber errichtet haben !

7 Horste in Gerhardshofen

 links neben der Kirche sieht man den alten Neststandort auf dem kleinen  Schlot des Pfarrhauses.- Rechts daneben auf dem Dach hat sich schon ein weiteres Paar häuslich eingerichtet.

Erstaunlicherweise geht alles recht friedlich zwischen den Paaren zu und neue Nachbarn haben es nicht schwer sich niederzulassen?

Ein Phänomän welches sich bei uns nicht vorstellen  läßt...mittlerweile soll es  in Gerhardshofen jetzt 16 Paare geben und jedes Jahr kommen Interessenten hinzu .

(Foto unterhalb -einer der ältesten bekannten  Horststandorte in der Region auf dem Pfarrhaus in Gerhardshofen )

03.05.19 Gerhardshofen Pfarrhaushorst

2019 kam unsere Störchin als vermutlich einzige Ostzieherin erst Ende März  zu spät und Sie mußte sich einen neuen Brutplatz und Partner suchen erzählte  Heike Seefried  bei einem gemeinsamen Rundgang. Die Störchin brütet jetzt genau auf der nördöstlichen Turmecke in der Bildmitte .

Gerhardshofen 2

H9483 in Gerhardshofen

Infotafel in Gerhardshofen  

Foto unterhalb -Gerhardshofen aus Richtung Neustadt/ Aisch kommend 

Gerhardshofen 4

Auch in Ipsheim wo wir den regionalen Storchenbetreuer Erwin Taube trafen, haben sich seit den letzten Jahren ein Storch Dutzend Storchenpaare angesiedelt. 

Foto -unterhalb die Kirche von Ipsheim malerisch mit schönen alten Bäumen  

Ipsheim

Kommt man durch das Torhaus auf der viel befahrenen Bundesstraße nach Uehlfeld wird man bereits vorsichtshalber vor tieffliegenden Störchen gewarnt ...

Torhaus Uehlfeld

Warnschild in Uehlfeld

auch einen Storchenlehrpfad gibt es in der an feuchten Wiesen und flachen Fischteichen reichen Umgebung 

Storchenlehrpfad in Uehlfeld

In Uehlfeld war zu früher Stunde in der Morgendämmerung  zu beobachten , das  mehrere Störche versuchten die noch leeren Stellen auf dem Kirchturm zu erobern und Nistmaterial auf das Dach brachten .

Uhlfeld in der Morgendämmerung

03.05.19Kirchturm Uehlfeld neue Interessenten für noch freie Bauplätze

03.05.19 Kirchturm Uhlfeld erstes Baumaterial wird aufgebracht  weitere Horste in Uehlfeld 

03.05. 19 Uehlfeld

Frieseursalon Uhlfeld 2 Horste

auch einen Baumhorst gibt es bereits neben der Kirche ...

AT284 Uhlfeld Akazie AT

 Uehlfeld 5

Warum sich so viele Storchenpaare in den letzten Jahren in der Region angesiedelt haben kann sich keiner genau erklären und manche Einwohner sind leider  beileibe nicht so begeistert wie wir es bei dem Anblick der vielen besetzten Storchennester waren.

Fakt ist, das es zum Großteil mit einem guten Nahrungsangebot zusammenhängen muß , vielen  natürlich bewirtschafteten Wiesen entlang der sich durch die Landschaft schlängelnden Aisch ...den kleinen Flächen und vielen Teichen ...wo wir auch immer wieder Storchentrupps auf Nahrungssuche sehen konnten... weniger mit einer in der Nähe befindlichen Kompostieranlage. 

Wiesen im Aischgrund

Uehlfeld 3.05.2019

Foto oberhalb -Blick auf Uehlfeld  - dahinter fließt die Aisch und die extensiv bewirtschafteten Wiesen befinden sich in einem Trinkwasserschutzgebiet wo nicht gespritzt werden darf...

Foto unterhalb - Feld vor der Bestellung bei Torgau April 2019

unsere im Vergleich dazu riesigen und intensiv bewirtschafteten Feldflächen werden nicht selten nach der Ernte und vor der Aussaat mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht so das die restliche Vegetation so  verbrannt aussieht wie auf dem Foto unterhalb...welches ich in der Elberegion nördlich von Torgau gemacht habe...

Ende April 2019 Glyphosatacker zwischen und Döbern Welsau Kopie

...solche totgespritzten Feldflächen samt Feld-und Wegrändern und sogar  in angrenzender Hanglage  an Straßenrändern kann man leider bei uns sehr viele sehen...was ein Grund dafür ist ,das es mit der Storchenpopulation in Zukunft in unserer Region nicht aufwärts gehen wird. Ein zweiter nicht zu unterschätzender Grund das es bei uns von Jahr zu Jahr weniger Srörche gibt  ist die geringere Rückkehrrate unserer Ostzieher.

Foto unterhalb Wiese bei Uehlfeld an der Aisch (rechts im Bild sind einige Störche bei der Nahrungssuche zu sehen )

Wiese bei Uhlfeld  

Storch auf der Wetterfahne der Kirche in Gerhardshofen - ob er da etwa ein Nest bauen will ??? -grins 

3.05.19 AT451 Gerhardshofen auf der Wetterfahne der Kirche

Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an unsere mittelfränkischen Storchen-und Naturfreunde Heike , Erwin und die anderen Mitstreiter in Sachen Naturschutz welche uns bei unserer Zusammenkunft so offen und  freundschaftlich teilhaben ließen und uns mit vielen interessanten  Informationen versorgten.

Mögen die Störche sich noch lange Zeit in Mittelfranken wohlfühlen und heimisch bleiben...

Uwe Seidel vom Coreteam 

 


Hier ein Beispiel einer solchen Beobachtung, ein Storch mit einem abgetrennten Fuß wurde mehrfach an verschiedenen Orten beobachtet,
vielleicht hat noch jemand dieses Tier gesehen über Infos würden wir uns freuen.
Das zeigt, dass selbst eine schwere Verletzung nicht unmittelbar zum Tod führt. Der Storch wurde in Kitzscher und Geithain gesichtet.

IMG1 KITZSCHER IMG2 KITZSCHER

IMG1 GEITHAIN IMG2 GEITHAIN


Wer kennt diese beiden französischen Störche. 2013 war einer der beiden Störche ( BPDP ) für ca. 1 Woche auf dem Horst in Thräna (siehe Borna)
anwesend und der zweite BV ( BSNM ) in Frohburg ( siehe Geithain ).
2014 liegt uns leider keine Information vor. Gern würden wir wissen wo diese beiden Störche noch gesichtet wurden.

IMG 2962THRÄNA IMG 3115FROHBURG

IMG 2962THRÄNA1


Leider wird die Nilgans auch mehr und mehr zum Problem für den Weißstorch. Sein aggressives Verhalten dem Weißstorch gegenüber konnte in den
letzten Jahren schon des öfteren beobachtet werden. Auch Horstkämpfe zwischen Nilgans und Weißstorch sind bekannt und nicht selten geworden.
IMG 1271Frankenhain  IMG 1286Frankenhain 
In einem uns bekannten Fall ( J. Spörl u. J. Frank 2012 am Horststandort Wilchwitz, Thüringen ) hat die Nilgans den Weißstorch zur Brutaufgabe gezwungen.
Nilgänse nutzen auch gern Weißstorchhorste für ihre eigene Brut.
Hier muss gehandelt werden ! Auch das zerstören von Horsten ist längst keine Ausnahme mehr. Enorme Schäden an den Horsten sind die Folge !
Um einen genaueren Überblick über die Situation im Regierungsbezirk Leipzig zu bekommen,
soll ab 2015 diese Problematik näher dokumentiert werden.

Bitte meldet oder notiert derartige Beobachtungen !
J. Frank


2014 hatte ein Junger Storch aus Otterwisch ein Problem beim stehen, dass konnte man schon früh sehen.
Bei der Beringung wurde noch nichts festgestellt, aber mit fortschreitenden Alter wurde das Handicap
immer deutlicher. Eines Abends stürzte er aus dem Nest und wurde von Anwohnern gefunden.
Als ich die Nachricht bekam holte ich das Tier ab, es hatte äußerlich keine Verletzungen,
aber das eine Bein war deformiert wie im Foto zu sehen. Am nächsten Tag wurde der Storch von Uwe Seidel
an Herrn Dr. Kaatz aus Lohburg übergeben. Dann kam er in die UNI-Magdeburg wo man aber leider feststellte,
dass der Schaden nicht zu reparieren ist. Durch das verdrehte linke Bein hat er das rechte Gelenk total überlastet,
so dass auch dieses Bein geschädigt wurde. Das Tier musste eingeschläfert werden.
Stellt sich die Frage woher kommen solche Deformationen ? Es soll 2014 noch mehr Mißbildungen dieser Art gegeben haben.

DSC03287 DSC03288 DSC03289

Klaus Döge

   
© Klaus Doege